Friedrich Caspari war einer der bekanntesten Söhne von Mediasch. Er wurde 1858 hier geboren und starb 1935. Zuerst war er übrigens Lehrer und arbeitete rund zehn Jahre als Volks- und Gewerbelehrer, bevor er sich ganz dem Weinbau zuwandte. Dafür studierte er 1891/92 an der Weinbauschule in Klosterneuburg bei Wien, einer damals sehr angesehenen Fachschule.

Berühmt wurde er in einer Zeit, als der Weinbau in Siebenbürgen fast zusammengebrochen war. In den 1880er Jahren hatte die Reblaus viele Weinberge zerstört. Caspari half dann beim Wiederaufbau – zuerst als staatlicher Reblauskommissär von 1892 bis 1902. Dabei setzte er auf amerikanische Unterlagsreben, die gegen die Reblaus widerstandsfähiger waren. Diese Idee kam nicht von ihm allein, aber er war einer der wichtigsten Menschen, die sie hier in Siebenbürgen praktisch umgesetzt haben.

Später baute er in Mediasch Rebschulen, Muttergärten und Weinbaubetriebe auf. Seine Firma produzierte so viele veredelte Reben, dass sie nicht nur in der Region, sondern auch nach Ungarn, Österreich, Altrumänien und Russland geliefert wurden. Seine Betriebe waren für die Zeit hochmodern, sogar mit Gleisanschluss und Bewässerungsanlagen. Auch seine Frau Mathilde Caspari wird als wichtige Unterstützung erwähnt.

So wurde Friedrich Caspari zu einem der größten Wein- und Rebschulbesitzer Siebenbürgens – und zu einer Persönlichkeit, die Mediasch weit über die Region hinaus bekannt gemacht hat.

Caspari war nicht der einzige Kopf hinter der Lösung, aber er war einer der Menschen, die sie in unserer Region groß umgesetzt haben. Er war also weniger der einsame Erfinder — eher ein entscheidender Macher des Wiederaufbaus.“

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